Oktober 2026

Wie prüfen Sie den Batteriezustand vor dem Kauf eines Elektroautos?

Der Batteriezustand zählt zu den wichtigsten Kriterien beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos. Eine aktuelle Messung des State of Health, eine professionelle Diagnose, die Fahrzeughistorie und eine Probefahrt liefern wertvolle Anhaltspunkte. Mit den folgenden fünf Prüfungen beurteilen Sie die Batterie, bevor Sie Ihre Entscheidung treffen.
PEUGEOT E-308 und E-308 SW in Front- und Seitenansicht

Eine Antriebsbatterie verliert im Laufe der Zeit schrittweise einen Teil ihrer Kapazität, wird jedoch nicht plötzlich unbrauchbar. Am deutlichsten zeigt sich dies meist in einer möglicherweise geringeren Reichweite zwischen zwei Ladevorgängen. Es geht nicht zwingend darum, eine Batterie mit 100 % SoH zu finden. Entscheidend ist, dass ihr Zustand zum Alter, Kilometerstand, Preis und vorgesehenen Einsatz des Fahrzeugs passt. Fragen Sie zunächst nach einer aktuellen Messung des State of Health. Prüfen Sie anschließend die Wartungsunterlagen, absolvieren Sie eine Probefahrt, testen Sie die Ladefunktionen und klären Sie die verbleibende Batteriegarantie.

 

Fünf Prüfungen vor dem Kauf:

  • Fordern Sie den SoH der Batterie oder ein Dokument zum State of Health an.
  • Prüfen Sie die Fahrzeughistorie und die dazugehörigen Unterlagen.
  • Absolvieren Sie eine Probefahrt und führen Sie einen Ladetest durch.
  • Lassen Sie bei offenen Fragen eine professionelle Diagnose durchführen.
  • Prüfen Sie die verbleibende Garantie der Antriebsbatterie.

Schritt 1

Wie prüfen Sie den State of Health der Batterie?

Der State of Health, kurz SoH, gibt die verbleibende Kapazität der Batterie im Vergleich zu ihrem Referenzzustand an. Ein SoH von 90 % bedeutet, dass die Batterie noch etwa 90 % ihrer ursprünglich nutzbaren Referenzkapazität besitzt. Für einen verlässlichen Wert sollten Sie ein Zertifikat oder eine Messung anfordern, die mit professioneller, zum Fahrzeug kompatibler Ausrüstung erstellt wurde. Der State of Charge, kurz SoC, bezeichnet hingegen den aktuell verfügbaren Ladezustand. Er wird im Kombiinstrument in Prozent angezeigt. Der SoH gibt an, wie viel Energie die Batterie im Vergleich zu ihrer Referenzkapazität im Neuzustand maximal noch speichern kann. Eine Batterie kann daher einen SoC von 100 % anzeigen, während ihr SoH unter 100 % liegt.

 

Nicht jedes Fahrzeug zeigt den SoH in seinen Menüs an. Auch die im Kombiinstrument angezeigte geschätzte Reichweite ist keine direkte SoH-Messung. Sie berücksichtigt außerdem den aktuellen Ladezustand, den letzten Energieverbrauch, die Außentemperatur, die Topografie und den Fahrstil. Veränderungen der Batteriekapazität können die Schätzung im Laufe der Zeit dennoch beeinflussen. Bei einem PEUGEOT Elektrofahrzeug können Sie den Verkäufer nach einem Dokument zum State of Health fragen oder eine Prüfung im PEUGEOT Netzwerk anfordern. Über den offiziellen PEUGEOT Service lässt sich die Herkunft eines solchen Dokuments anhand von Angaben wie Dokumentennummer, FIN, Batterieidentifikationsnummer, Kilometerstand und Messdatum überprüfen.

Wie interpretieren Sie ein Dokument zum State of Health der Batterie?

SoH-Wert Was vor dem Kauf zu tun ist
Über 90 %
Hohe verbleibende Kapazität. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Fahrzeugalter, Kilometerstand und Messbedingungen.
80 % bis 90 %
Geringere Kapazität als im Neuzustand, für viele alltägliche Einsatzzwecke jedoch grundsätzlich geeignet.
70 % bis 80 %
Möglicherweise geringere verfügbare Reichweite. Prüfen Sie Ihren konkreten Bedarf, die Fahrzeughistorie und die verbleibende Garantie.
Unter 70 %
Fordern Sie eine Diagnose im PEUGEOT Netzwerk an und prüfen Sie die geltenden Garantiebedingungen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Diese Richtwerte helfen bei der Einordnung des Zertifikats, stellen für sich genommen jedoch weder eine mechanische Bewertung noch eine Fahrzeugbewertung dar. Zwei Fahrzeuge mit demselben SoH können sich bei ursprünglicher Reichweite, Kilometerstand, Wartungshistorie und bisheriger Nutzung unterscheiden. Der Schwellenwert von 70 % entspricht insbesondere der Mindestkapazität, die während des jeweils geltenden Garantiezeitraums von der PEUGEOT Batteriegarantie abgedeckt ist. Er bedeutet nicht, dass eine Batterie unbrauchbar wird, sobald sie diesen Wert unterschreitet.

Schritt 2

Welche Fahrzeughistorie sollten Sie bei einem gebrauchten Elektroauto anfordern?

Fragen Sie nach dem Serviceheft, verfügbaren Rechnungen, Prüfberichten, Angaben zu Arbeiten an der Antriebsbatterie und dem neuesten verfügbaren SoH-Zertifikat. Prüfen Sie, ob Datums- und Kilometerangaben eine schlüssige Abfolge ergeben und die empfohlenen Wartungen durchgeführt wurden. Die Historie eines gebrauchten Elektroautos hilft, die SoH-Messung richtig einzuordnen. Ein Fahrzeug mit nachvollziehbaren Unterlagen und regelmäßiger Wartung lässt sich leichter beurteilen als eines ohne lückenlos dokumentierte Historie.

 

Diese Unterlagen sollten Sie anfordern:

  • Das Serviceheft und die Wartungshistorie.
  • Wartungs- und Reparaturrechnungen.
  • Den neuesten verfügbaren Diagnosebericht oder das aktuelle SoH-Zertifikat.
  • Nachweise über Arbeiten an der Batterie oder am Hochvoltsystem.
  • Das Datum der Erstzulassung und den aktuellen Kilometerstand.
  • Beide Ladekabel, die gegebenenfalls mit dem Fahrzeug übergeben werden sollen.

Ein lückenloses Protokoll aller Ladevorgänge liegt nicht immer vor. Nicht jedes Fahrzeug oder jeder Service speichert diese Informationen oder stellt sie zur Verfügung. Ziehen Sie daher nicht allein aus Angaben zu bisherigen Ladegewohnheiten Rückschlüsse auf die Batterie. Der SoH, eine professionelle Diagnose und eine Probefahrt liefern direkter überprüfbare Anhaltspunkte.

 

Weitere Punkte beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos:

  • Prüfen Sie Ladeanschluss, Kabel, Reifen und 12-V-Batterie.
  • Achten Sie auf Warnmeldungen im Kombiinstrument und prüfen Sie, ob erforderliche Updates oder Serviceaktionen durchgeführt wurden.

Schritt 3

Wie testen Sie die Batterie bei einer Probefahrt?

Beginnen Sie die Probefahrt mit einem bekannten Ladezustand. Notieren Sie die geschätzte Reichweite und den angezeigten Energieverbrauch und fahren Sie anschließend eine ausreichend abwechslungsreiche Strecke. Vergleichen Sie am Ende die gefahrene Distanz, die verbrauchte Energie und die Veränderung des Ladezustands. Prüfen Sie außerdem, ob keine Warnleuchten aktiv sind und der Ladevorgang korrekt startet. Mit einer einzelnen Probefahrt lässt sich die verbleibende Batteriekapazität nicht exakt bestimmen. Sie kann jedoch Unstimmigkeiten, Fehlermeldungen oder Ladefehler sichtbar machen. Wetter, Geschwindigkeit, Heizung, Klimaanlage, Topografie und Verkehr beeinflussen das Ergebnis. Ordnen Sie die Werte daher sorgfältig ein und beurteilen Sie die Batterie nicht allein anhand der zu Beginn angezeigten geschätzten Reichweite.

 

Darauf sollten Sie bei der Probefahrt achten:

  • Notieren Sie vor der Abfahrt Ladezustand, geschätzte Reichweite und Kilometerstand.
  • Fahren Sie nach Möglichkeit mehrere Dutzend Kilometer im Stadtverkehr und auf Landstraßen.
  • Notieren Sie den angezeigten Durchschnittsverbrauch in kWh/100 km.
  • Prüfen Sie, ob der Ladezustand gleichmäßig und ohne ungewöhnliche Schwankungen sinkt.
  • Testen Sie Heizung, Klimaanlage und die verfügbaren Fahrmodi.
  • Prüfen Sie, ob keine Warnleuchte für Batterie, Ladevorgang oder Hochvoltsystem dauerhaft leuchtet.
  • Schließen Sie das Fahrzeug an eine kompatible Ladestation an und vergewissern Sie sich, dass der Ladevorgang korrekt startet.

Die bei einem einzelnen Test beobachtete Ladeleistung reicht nicht aus, um die Batterie zu diagnostizieren. Sie hängt vom Ladezustand, von der Batterietemperatur, der tatsächlich von der Ladestation abgegebenen Leistung und der Ladekurve des Fahrzeugs ab. Das Batteriemanagementsystem, kurz BMS, überwacht unter anderem Zelltemperatur, Spannung und Ladezustand und passt anschließend die von der Batterie aufgenommene Leistung an. Eine Ladeleistung unter dem angegebenen Maximalwert weist daher nicht automatisch auf einen Fehler hin.

 

Auch die Rekuperation kann eingeschränkt sein, wenn die Batterie nahezu vollständig geladen ist oder ihre Temperatur vorübergehend Schutzmaßnahmen erfordert. Das ist nicht zwangsläufig ein Hinweis auf Degradation. Eine dauerhaft aktive Warnmeldung oder ein nicht möglicher Ladevorgang sollte jedoch professionell geprüft werden. Um den beobachteten Energieverbrauch mit den Fahrzeugeigenschaften und dem vorgesehenen Einsatz zu vergleichen, informieren Sie sich über Verbrauch und Reichweite von PEUGEOT Elektrofahrzeugen.

Schritt 4

Sollten Sie eine professionelle Batteriediagnose anfordern?

Ja, wenn kein aktuelles Zertifikat vorliegt, die Probefahrt eine Auffälligkeit zeigt oder Sie vor Ihrer Entscheidung einen zusätzlichen Nachweis wünschen. Eine Diagnose mit geeigneter Ausrüstung kann die vom Fahrzeug bereitgestellten Informationen auslesen und in den elektronischen Steuergeräten gespeicherte Fehler erkennen. Bei der professionellen Diagnose einer gebrauchten Elektroautobatterie genügt es nicht, ein universelles Fehlerauslesegerät anzuschließen. Die autorisierte Fachkraft muss kompatible Ausrüstung verwenden, die Daten richtig interpretieren und die Sicherheitsvorgaben für das Hochvoltsystem einhalten. Welche Informationen verfügbar sind, hängt von Modell, Softwareversion und Diagnosegerät ab.

 

Die Prüfung kann Folgendes umfassen:

  • SoH oder geschätzte Kapazität, sofern diese Information verfügbar ist.
  • Aktive, sporadische oder gespeicherte Fehlercodes.
  • Zell- oder Modulausgleich, sofern das Diagnosegerät diese Information bereitstellt.
  • Verfügbare Temperatur- und Betriebsdaten.
  • Ladesystem und Hochvoltkomponenten.
  • Übereinstimmung von FIN, Kilometerstand und vorgelegtem Dokument.

 

Preis und Umfang der Diagnose können je nach Händler, Fahrzeug und gewünschter Leistung variieren. Fragen Sie vorab, was die Prüfung umfasst, ob Sie einen schriftlichen Bericht erhalten und ob der SoH darin ausgewiesen wird. Eine Drittanbieter-App oder ein OBD-Gerät für Privatnutzer kann bei bestimmten Modellen einen Anhaltspunkt liefern. Wenn es um Garantie, Reparatur oder Fahrzeugkauf geht, ersetzt dies jedoch keine professionelle Diagnose. Eine praktische Vorsichtsmaßnahme: Verweigert der Verkäufer eine unabhängige Prüfung, legt keine Batterieunterlagen vor und lässt keinen Test der Ladefunktionen zu, sollten Sie vor dem Kauf belastbare Informationen einholen.

Schritt 5

Wie prüfen Sie die verbleibende Batteriegarantie?

Für die Antriebsbatterie eines PEUGEOT Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeugs gilt eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 km, je nachdem, was zuerst eintritt, bei einer garantierten Mindestkapazität von 70 %. Prüfen Sie den Garantiebeginn, den Kilometerstand und die für das Fahrzeug geltenden Bedingungen. Die Garantie der Antriebsbatterie ist an das Fahrzeug gebunden. Lassen Sie sich beim Gebrauchtkauf von Händler oder Verkäufer die verbleibende Laufzeit und Kilometerleistung sowie etwaige besondere Bedingungen schriftlich bestätigen. Schätzen Sie die Abdeckung nicht anhand des ungefähren Fahrzeugalters: Das genaue Startdatum und der Kilometerstand bestimmen das Garantieende. Beispiel: Ein vor drei Jahren erstmals zugelassenes PEUGEOT Elektrofahrzeug mit 45.000 km kann noch über eine verbleibende Batteriegarantie verfügen, sofern weder der Zeitraum von acht Jahren noch die Grenze von 160.000 km erreicht ist und die geltenden Bedingungen erfüllt sind. Die verbleibende Laufzeit muss ab dem tatsächlichen Garantiebeginn und nicht allein anhand des Kalenderjahres berechnet werden.

Welche Vorteile bietet PEUGEOT CARE bei einem gebrauchten Elektroauto?

PEUGEOT CARE kann den Schutz bestimmter Fahrzeugkomponenten auf bis zu 8 Jahre oder 160.000 km erweitern, abhängig von der Teilnahmeberechtigung des Fahrzeugs und der Einhaltung der Programmbedingungen. Dieser Schutz ist von der spezifischen Garantie der Antriebsbatterie getrennt. Die Garantie der Antriebsbatterie und PEUGEOT CARE erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die Batteriegarantie deckt die Antriebsbatterie für 8 Jahre oder 160.000 km bei einer garantierten Mindestkapazität von 70 % ab. PEUGEOT CARE gilt darüber hinaus für die wichtigsten mechanischen und elektrischen Komponenten, die vom Programm abgedeckt sind. Prüfen Sie beim Kauf eines gebrauchten PEUGEOT Elektrofahrzeugs, ob es für PEUGEOT CARE berechtigt ist, ob der Schutz aktiviert wurde und welche Wartungsarbeiten erforderlich sind, damit er gültig bleibt. Da der Schutz von der Einhaltung der Programmbedingungen abhängt, fragen Sie Verkäufer oder Händler nach den Wartungsnachweisen und dem Termin der nächsten planmäßigen Wartung. Ein Schutz von bis zu 8 Jahren kann mehr Transparenz bei bestimmten potenziellen Kosten schaffen und die Attraktivität des Fahrzeugs bei einem späteren Wiederverkauf unterstützen.

Warum sollten Sie sich für ein gebrauchtes Elektroauto von SPOTICAR entscheiden?

Bei gebrauchten Elektrofahrzeugen von SPOTICAR wird der Zustand der Antriebsbatterie vor dem Verkauf geprüft und ein SoH-Zertifikat mit dem Fahrzeug übergeben. Zudem werden die Fahrzeuge geprüft und aufbereitet. Das Zertifikat erleichtert die Beurteilung des Batteriezustands zum Verkaufszeitpunkt. Es kann den SoH in Prozent, den Kilometerstand zum Zeitpunkt der Messung, das Prüfdatum und das Ende der Batteriegarantie enthalten. Prüfen Sie, ob die Angaben im Dokument mit dem besichtigten Fahrzeug übereinstimmen. Ein gebrauchtes PEUGEOT Elektrofahrzeug mit verbleibender Batteriegarantie und SoH-Zertifikat lässt sich leichter mit anderen Fahrzeugen vergleichen. Der SoH ersetzt weder eine Probefahrt noch die Prüfung der Fahrzeughistorie, ergänzt die Kaufentscheidung jedoch um einen gemessenen Wert.

Was sollten Sie vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos prüfen?

Sammeln Sie vor der Unterzeichnung alle objektiven Informationen: das SoH-Zertifikat, die Fahrzeughistorie, die verbleibende Garantie, die Ergebnisse der Probefahrt und den Ladetest. Vergleichen Sie anschließend die aktuell verfügbare Reichweite mit Ihren regelmäßigen Fahrten und Ihren Lademöglichkeiten.

 

Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Elektroautos:

  1. Das SoH-Zertifikat ist aktuell und stimmt mit der FIN des Fahrzeugs überein.
  2. Der Messwert passt zum Alter und Kilometerstand des Fahrzeugs.
  3. Wartungshistorie und verfügbare Rechnungen liegen vor.
  4. Keine Warnleuchte für Batterie oder Hochvoltsystem leuchtet dauerhaft.
  5. Die Probefahrt zeigt einen schlüssigen Energieverbrauch und einen gleichmäßigen Rückgang des Ladezustands.
  6. Das AC-Laden funktioniert mit dem mitgelieferten Kabel.
  7. Das AC-Laden funktioniert mit dem mitgelieferten Kabel.
  8. Garantiebeginn und verbleibende Abdeckung der Batteriegarantie sind bestätigt.
  9. Die verfügbare Reichweite passt zu Ihren tatsächlichen Fahrten.
  10. Der Preis berücksichtigt Gesamtzustand, Kilometerstand, Ausstattung und SoH des Fahrzeugs.

 

Beim Kauf eines gebrauchten Elektrofahrzeugs müssen Sie die Zukunft der Batterie nicht vorhersagen. Eine professionelle Messung, schlüssige Unterlagen und eine gut vorbereitete Probefahrt ermöglichen eine Entscheidung auf Basis der zum Kaufzeitpunkt verfügbaren Fakten.

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